Der Bioladen Blog

Alltägliches aus dem Bioladen

Die Hauptstadt von kbA 28. Februar 2009

Gespeichert unter: Kunden — bioladen @ 12:16

Auf vielen unserer Gemüseschilder und Obstschilder steht neben dem Namen und dem Preis auch die Herkunft des jeweiligen Gemüses als Kürzel, z.B D für Deutschland.
Auf vielen anderen Bioprodukten steht auch die Herkunft drauf, aber immer ohne Kürzel und es steht auf ganz vielen Produkten drauf: aus kbA

Kundin: Sagen sie, welches Land hat denn die Abkürzung KBA (und zeigt mit eine Gewürzpackung aus Deutschland  hoch)
Ich: Das ist kontrolliert biologischer Anbau, kein…
Kundin:
Ja das weiß ich doch, aber ich möchte wissen welches Land das ist. Das ist bestimmt irgendwo aus Afrika. Ne das ist mir zu weit. Das ist dann ja nicht mehr ökologisch. Ich wüßte jetzt auch noch nicht mal die Hauptstadt von dem KBA. Ich such mir da ein anderes aus dem Regal aus. (und verschwindet um die Ecke und kommt nach 30 Sekunden wieder)
Kundin: Die sind ja alle aus KBA. Haben sie keine Gewürze aus Europa?
Ich: kbA ist keine Abkürzung für ein Land sondern für kontrolliert biologischen Anbau
Kundin: Ach dann kommt das Gewürz gar nicht aus Afrika?

…………..

Meine Kollegin hat sich während des ganzen Gesprächs vor Lachen kaum halten können. Und ich musste die ganze Zeit total Ernst sein. Das fällt manchmal total schwer. Würden Kunden einen Ausreden lassen und nicht besserwisserisch tun, wäre allen viel schneller geholfen

 

Batiktragende Vegetarier 25. Februar 2009

Gespeichert unter: Alltägliches — bioladen @ 18:06

In einem Bioladen arbeiten ganz normale Menschen – wie du und ich

In einem Bioladen gehen auch ganz normale Menschein einkaufen – wie du und ich

Doch trotzdem halten sich viele Gerüchte/Vorurteile um Kunden und Verkäufer in einem Bioladen.

Da wäre zum einen das Gerücht, dass alle die im Bioladen arbeiten Vegetarier sein sollen.
Es gab schon wirklich viele Kunden, denen es quasi die Sprache verschlagen hat, als sie erfuhren, dass keiner von uns 8 Leuten im Laden Vegetarier ist.  Von:  „Ne das glaub ich euch jetzt nicht“ bis hin zu „Was echt? Ihr esst Fleisch? und dann darf man hier trotzdem arbeiten?“
Stellt euch vor: Bei uns kann man sogar Fleisch kaufen und natürlich auch Vegetarier Sachen.

Es gibt aber viel viel mehr Dinge, die andere über Biokunden denken. Wenn ich anderswo erzähle, dass ich in einem Bioladen arbeite, dann kommen die skurilsten Vorstellungen über die Kunden.
Die Top3 wären:
1. Batiktragende Alt-Hippies
2. Hypochondrie geplagte alte Jungfern
3. Überforderte langzeit Mütter

Zu 1: Ich arbeite nun schon wirklich lange in diesem Laden und mir ist bisher erst ein Kunde untergekommen der ein Batikthsirt trug. Ansonsten haben alle anderen Kunden normale Klamotten an. Und Alt-Hippies gibt es wenige hier.

Zu 2: Kommen vereinzelt vor. Diese sind aber dann eher doch in den Reformhäusern der Umgebung anzutreffen.

Zu 3: Wenige bis keine

99% der Kunden sind ganz normale Menschen und 100% der Mitarbeiter auch.

 

Bioladenkunst No1 24. Februar 2009

Gespeichert unter: Bioladenkunst — bioladen @ 21:39

Einsamer ApfelAls Bioladenkunst kommen dann an dieser Stelle skurile,schöne,nicht so schöne usw.. Bilder hin.

Zu allererst ein einsamer Apfel. Ich würde sagen es war das Anstands-Äpfelchen (der Apfel lag wirklich so im Korb)

 

Ich komm dann jetzt gleich einkaufen 24. Februar 2009

Gespeichert unter: Kunden — bioladen @ 21:10

Wir haben bei uns im Laden eine Kundin, die kommt jeden Donnerstag und macht Großeinkauf.

Soweit nichts ungewöhnliches, aber:  Diese Kundin ruft jeden Donnerstag um kurz vor 9 an (wir machen um 9 Uhr erst auf und haben bis dahin viel zu tun, damit alles schick aussieht) und kündigt sich an, dass sie heute einkaufen kommt.

Pünktlich jeden Donnerstag um kurz vor 9 klingelt also das Telefon, man nimmt ab und weiß genau wer dran ist:
Kundin: Ja, ich wollt nur sagen, ich komm dann jetzt gleich einkaufen mit meinem Mann.
Ich: Ja, das ist vollkommen Ok. Bis gleich
(Ich verspüre die regelmäßige Lust  das Gespräch damit zu beenden)
Kundin: Habt ihr frische Möhren heute bekommen?
Ich: Ja haben wir
Kundin: Und habt ihr Mangos da, dass ich die gleich mit auf den Einkaufszettel schreiben kann?
Ich: Ja haben wir. Ich muss nun wirklich was tun und…
Kundin: und was ist mit Sahne?

……


Spätestens ab dieser Stelle überlegt jeder von uns Mitarbeitern JEDEN Donnerstag, ob das Telefon nicht einfach in diesem Moment aufgelegt werden könnte ohne dabei unfreundlich zu sein. Es hat nur noch keiner aufgelegt.
Wenn sich alle Kunden telefonisch ankündigen und sagen, dass sie 30 Minuten später da sind zum Einkaufen, dann würden wir 10 Telefonisten Arbeitsplätze schaffen können (mal abgesehen davon, dass das eine Verlustrechnung wäre)

30min später, jeden Donnerstag ist diese Kundin dann im Laden und kauft ein und dann geht der Spaß erst richtig los. (Mehr dazu die nächsten Tage)

 

Hier ist er nun – der Bioladen Blog 24. Februar 2009

Gespeichert unter: Blogosphäre — bioladen @ 20:53

Nachdem es nun schon bloggende Supermartkbetreiber, bloggende Buchhändlerinnen, bloggende Bestatter, bloggende Anwälte, bloggende Ärzte usw. gibt,  dachte ich mir: Es fehlt nur noch ein bloggender Bioladen.

Hier ist nun der bloggende Bioladen mit Geschichten aus dem alltäglichen Wahnsinn mit Kunden, Lieferanten, Ware und noch mehr.

Kurz zu mir:

Ich arbeite schon seit längerem in einem kleinen Bioladen in einer nicht ganz so kleinen Stadt und erlebe tagtäglich 1000 Geschichten, von denen die ein oder andere irgendwie in ein Blog gehört. Nun hab ich dieses Blog eröffnet und ich hoffe, ich blogge brauchbare Geschichten rund um den Arbeitsalltag in einem Bioladen.  Auf der Kontaktseite findet ihr nur meine Emailadresse. Aus Schutz fehlt die Anschrift. Wer mich kontaktieren möchte nutzt also einfach die Mailadresse (ich frage die Mails täglich ab)

Ich freu mich in Zukunft auf eure Kommentare zu meinen zukünftigen Beiträgen.

gez. die Bioladen Fee :)